Quelle: B. Kern " Migränetherapie nach Kern", VAK Verlags GmbH

Diese Art von Therapie wurde von Bernhard Kern entwickelt. Ausgangspunkt seiner Entdeckung war, dass Kopf- und Migränebeschwerden meist am Körper lokalisierbar und zu ertasten sind, zum Beispiel in Form von Bewegungseinschränkungen der HWS.
Seine Leitidee ist: " wenn sich das Schmerzgeschehen am Körper zeigt, dann muss es möglich sein, über den Körper Einfluss zu nehmen, auch Tage nach einer Schmerzattacke."

Mehr...

 

Diese Manuelle Behandlung setzt Berührungsreize, die Wohlgefühl auslösen. Die Patienten lernen die Reize zu verstehen und der Körper wird darüber informiert, wie man sich besser fühlen kann. Das Schmerzempfinden bei Patienten mit Migräne wird in einer Art Schmerzgedächtnis gespeichert und soll durch die Behandlung in ein Wohlfühlgedächtnis umgewandelt werden. Dabei steht im Mittelpunkt, den Schmerz verstehen zu lernen und nicht zu bekämpfen.

Ziel der Migränetherapie ist, die verschiedenen anatomischen Strukturen durch manuelle, bewegungstherapeutische und mentale Interventionen neu zu informieren, dass es sich künftig besser an fühlt. Dies ist ein Lernprozess, der dem Lernen einer Sprache gleich kommt.

Die Migränetherapie nach Kern besteht aus 3 Elementen:

Behandlung, Bewegung und Wahrnehmung

Behandlung: mit den Händen werden auf allen körperlichen Ebenen Reize gesetzt und die Strukturen darüber informiert, wie sie sich besser fühlen können.
Bewegung: Bewegungsschulung aller Bewegungsarten, von der Makrobewegung der Gelenke bis zur Mikrobewegung der Strukturen und dem bewussten Empfinden von Bewegungen.
Wahrnehmung: ist die Schulung körperlicher und emotionaler Empfindungen.
Es gibt 5 Wahrnehmungsformen

  • Oberflächensensibilität
  • Tiefensensibilität
  • Vestibuläre Sensibilität
  • vegetative Sensibilität und
  • Energetische Sensibilität

Oberflächen- und Tiefensensibilität: Empfindungen am Entstehungsort
Vestibuläre Sensibilität: im Zusammenhang mit dem Vestibularapperat
Vegetative Sensibilität: auf alle Körperempfindungen bezogen

Bezug zu Migräne und Kopfschmerz

Störungen der Oberflächensensibilität
- Ziehende Schmerzen am Schädeldach, im Hinterhaupt, im Stirn- oder Schläfenbereich -> verursacht durch Spannungen und Unbeweglichkeit der Haut
Tiefensensibilität
- pochender Schmerz vom Kopfinnenraum nach aussen ziehen, drückender Schmerz am Übergang von Atlas und Hinterhaupt, leichtes Taubheitsgefühl im M. masseter (Kaumuskel)
Vestibulären Sensibilität
- Gleichgewichtsprobleme, Drehschwindel, Richtungsschwindel, Störung der Orientierung im Raum, Positionsirritationen von Kopf und Wirbelsäule
Vegetaive Sensibilität
- Übelkeit, Schüttelfrost, Herzrasen, Müdigkeit, leichte Erregbarkeit, erhöhter Muskeltonus, trockene Mundschleimhaut, abdominale Migräne
Energetische Sensibiltät
- Flimmerskotom, visuelle Aura

Aufbau der Migränetherapie

  1. Schmerzzustände beschreiben lassen
  2. Symptome den entsprechenden anatomischen Strukturen zuordnen
  3. Behandlung der anatomischen Strukturen
  4. Angenehme Empfindungen während der Behandlung immer wieder aktivieren
  5. Übungen zur Selbsthilfe
  6. Führen eines Wohlfühltagebuches

Behandlungsprinzipien

  1. Arbeiten mit der Atmung - Atemsynchronisation
  2. Eigenbewegung des Körpers folgen
  3. Vegetative Balance bewahren - arbeiten im Vegetativen Gleichgewicht
  4. möglichst schmerzfreie Behandlung
  5. Wohlgefühl als Behandlungsmassstab
  6. von der Oberfläche in die Tiefe arbeiten
  7. Willen des Patienten respektieren


Spuren vergangener Migräne sind noch Tage nach Attacken tast - und behandelbar. Daher ist die Migränetherapie nach Kern auch im schmerzfreien Zustand möglich.

 

Patienteninfo Kern-Massage